Der Euro ist so stark wie der Rubel
FAZ am 13.9.2000, Nr. 213, Seite 31
New York, 12. September. - Ein fallendes Messer mag niemand auffangen, auch nicht die Europäische Zentralbank. Der Kursverfall gegenüber dem Dollar hat in den zurückliegenden Tagen dramatische Züge angenommen. Mit dem jüngsten Rekordtief von 0,8556 Dollar, entsprechend 2,2858 DM, hat die Gemeinschaftswährung in gut 20 Monaten knapp 27 % an Wert eingebüßt. Sie befindet sich damit in "guter" Gesellschaft mit dem russischen Rubel oder dem Simbabwe-Dollar, die gegenüber dem US-Dollar während der gleichen Zeit um 26 % bzw. 28% nachgaben. . . . . . . . . . .
. . . . . . Niemand mag in den großen Devisenhandelshäusern auf eine Trendwende wetten. Die Währungsanalysten sind vielmehr eifrig dabei, ihre Wechselkursprognosen kräftig nach unten zu korrigieren. Bei J. P. Morgan heißt es inzwischen, daß der Dollarkurs des Euro mindestens bis zum zweiten Halbjahr nächsten Jahres bei oder unter 90 Cent bleiben werde. Und bei Chase Manhattan wird betont, daß dem Euro das Schlimmste noch bevorstehe. Die Währungsexperten dieser Bank, eine der wichtigsten Adressen im internationalen Devisebhandel, können sich vorstellen, daß der Euro etwas unterhalb von 80 Cent für Anleger wieder attraktiv wird. "Und bei 75 Cent würden wir die Währung mit Sicherheit wieder kaufen." Dem düsteren Szenario von Chase liegt die Erwartung zugrunde, daß sich das Wachstum in Europa im nächsten Jahr wieder abschwächt. Amerika werde dagegen wahrscheinlich erneut die beste aller Welten genießen und damit auch ein Magnet für Anlagegelder und ausländische Direktinvestitionen bleiben.
Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) dürften derartige Szenarien mit großem Unbehagen registriert werden. . . . . . . . . .
AURECON
VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH
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Gründungsjahr: 1968
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