EZB nutzt Deviseneinnahmen zum Kauf von Euro

15.09.2000

Der Rat der Europäischen Zentralbank wird ab sofort Zinseinnahmen aus ihren Devisenreserven zum Kauf von Euro verwenden. Dies teilte die EZB überraschend am Rande ihrer Ratssitzung mit. Die Leitzinsen ließen die Zentralbanker, wie erwartet, unverändert.

Der Kauf von Euro stelle keine Intervention auf den Devisenmarkt dar, betonte ein Sprecher der Zentralbank. Der EZB-Rat habe bereits in seiner Sitzung am 31. August beschlossen, dass Einnahmen aus den Devisenreserven gegen Euro verkauft würden, um die Struktur der EZB-Bilanz aufrecht zu erhalten, hieß es. Diese erste Operation beginne sofort und werde über einige Tage andauern.

Zukünftig sollen Zinseinnahmen regelmäßig gegen Euro verkauft werden, hieß es weiter. Die Notenbanken der USA und Japans seien von dem Vorhaben unterrichtet worden. Seit Anfang des letzten Jahres hätten sich die Devisenreserven der Zentralbank hauptsächlich durch Zinseinnahmen um 2,5 Mrd. DM erhöht.

Trotz der Beteuerungen, dass es sich nicht um eine Intervention handle, stieg die Gemeinschaftswährung nach der Ankündigung zeitweise um mehr als einen US-Cent auf über 0,87 US-Dollar, musste seine Tagesgewinne aber zum Fixing wieder abgeben. Die Gemeinschaftswährung wurde mit 0,8690 US-Dollar festgestellt.

Da die EZB die Leitzinsen unverändert läßt, beträgt der Mindestbietungssatz für Hauptrefinanzierungssätze weiterhin 4,50 Prozent. Auch der Zinskorridor für den Euro-Geldmarkt verbleibt bei 3,50 Prozent für die Einlagenfazilität und 5,50 Prozent für Übernacht-Kredite.

 

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