21.09.2000
Der Euro hat sich am Donnerstag nur geringfügig von seinem historischen Tief erholt. Die gemeinsame Währung kostete in Frankfurt 0,8488 US-Dollar und damit kaum mehr als zu dem Tiefstkurs von 0,8439 US-Dollar am Vortag. Der Markt warte gespannt auf Ergebnisse des Treffens der G7-Finanzminister in Prag, erklärten Händler. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch mit 0,8476 (Dienstag: 0,8541) US-Dollar so niedrig festgelegt wie nie zuvor.
Enttäuscht habe ein Kommentar von US-Finanzminister Lawrence Summers. Der Politiker hatte angekündigt, keinen Wechsel in der Währungspolitik seines Landes vorzunehmen. In den Vortagen hatte IWF-Chefvolkswirt Michael Mussa eine Intervention zu Gunsten des Euro angeregt. Die Devisenmärkte beobachteten gespannt, ob die EZB mit Euro-Käufen beginne, erklärten Händler. Dies könnte als Vorzeichen für eine bevorstehende konzertierte Aktion führender Notenbanken gewertet werden.
Ökonomen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) rechnen mit keiner baldigen Trendumkehr des Euro. Der erhoffte Euro-Aufschwung sei erst zu erwarten, sobald die Volkswirtschaften modernisiert werden. Außerdem müsse das Wirtschaftswachstum an Fahrt gewinnen.
Die Euro-Schwäche gründe sich nicht so sehr auf tatsächliche Wachstumsunterschiede zwischen den USA und Euroland beim Bruttoinlandsprodukt (BIP), sondern vielmehr auf den Erwartungen über diese Unterschiede. Der Euro sei immer dann stark abgefallen, wenn ein starkes US-BIP-Wachstum und ein schwächeres Wachstum in der Euro-Zone erwartet worden waren.
Ob Euroland auf absehbare Zeit an das BIP-Wachstum der USA heranreiche, sei allerdings fraglich. Die für 2001 prognostizierte US-Wachstumsrate von 3,5% könne nur mit Mühe von den Euro-Volkswirtschaften erreicht werden.
AURECON
VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH
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