Warum der Euro so schwach ist

F.A.Z., 21.09.2000, S. 18

In Zeiten weiter sinkender Eurokurse gibt Thomas Mayer, Chefvolkswirt bei Goldman Sachs in Frankfurt eine Erklärung, die eine Reihe von guten Argumenten enthält. Seiner Überlegung liegt die Annahme zugrunde, daß bei inländischer Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen im Ausland (= Verkäufe von Euro) der Preis nur eine von vielen Gründen für die Kaufentscheidung ist. Da sowohl die Leistungsbilanz mit dem DM 11,8 Mrd. Euro als auch die Zahlungsbilanz mit Euro 62,4 Mrd. negativ ist, steht der europäischen Nachfrage nach ausländischen Gütern und Dienstleistungen eine um insgesamt Euro 74,2 Mrd. geringere Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum gegenüber. Dies bedeutet, daß in diesem Umfang weniger Euro nachgefragt werden. Kompensiert werden könnte es allein dadurch, daß Kapitalanleger sich im Euro engagieren. Bei einer Erwartung auf weiter sinkender Kurse dürfte dies jedoch angesichts des vergleichsweise geringen Zinsniveaus unterbleiben. Unter dem Strich bedeutet dies, daß nach Einschätzung von Mayer der Euro mit jeder Transaktion weiter fällt.

Anmerkung der Redaktion: Wenn diese Auffassung stimmt, müßte es dann zu einem Umkehr der Entwicklung kommen, wenn sich aufgrund des Verhältnisses von US Doller zu Euro eine Umkehrung der Nachfrage infolge gegenüber dem Nicht-EU-Ausland enorm verbilligte Einkaufsmöglichkeiten ergeben - Warten wir es ab.

 

AURECON

VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH

  Firmensitz Gauting - Handelsregister München  HRB 40415 - Geschäftsführer: Peter Odendahl 

Gründungsjahr: 1968

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis: Risiken aus dem Euro


Zurück zu Elementen der Finanzplanung


Zurück zum Dienstleistungsprogramm


Zurück zur Startseite