Euro fällt nach Welteke-Äußerungen unter 0,87 Dollar

10.10.2000

Äußerungen von Bundesbankpräsident Ernst Welteke haben die europäische Gemeinschaftswährung am Dienstag belastet. Welteke hatte erklärt, der Euro habe durch die Notenbank- Intervention seinen Boden gefunden. Bis zum Abend fiel der Euro wieder unter 0,87 Dollar. Es gibt auch Spekulationen, die G-7-Notenbanken könnten erneut mit Euro-Käufen in den Markt eingreifen.

Eine Prognose des IW geht davon aus, daß sich das Wachstum in Deutschland 2001 minimal abschwächen werde. Gegen 19.45 Uhr MESZ notierte der Euro mit 0,8691/94 nach einer letzten Notiz am Vorabend in New York von 0,8674/84 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Mittag in Frankfurt den Referenzkurs mit 0,8721 Dollar ermittelt. Der Dollar fiel auf 107,82/87 (108,95/00) Yen zurück.

Welteke hatte in Frankfurt mit Blick auf die Preisentwicklung in Deutschland gesagt, es sei schlecht vorhersagbar, ob die Preise ihren Höhepunkt im September erreicht hätten. "Die EZB hat durch die vorausschauend beschlossenen Zinsschritte auf zu erwartenden Preissteigerungen reagiert", sagte er. Die EZB hoffe, dass sich am langen Ende des Kapitalmarktes und in den Lohnrunden keine Inflationserwartungen aufgebaut hätten. Auf die Frage nach möglichen Zweitrundeneffekten, sagte der Bundesbankpräsident, die Lohnrunden in Deutschland seien bislang moderat verlaufen.

Die Inflation in Deutschland war im September nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent so stark gestiegen wie seit Dezember 1994 nicht mehr.

Keine nennenswerte Reaktion zeigte der Euro nach Angaben von Händlern auf die Wachstumsprognose des Instituts der Wirtschaft (IW). Dieses rechnet für das laufende Jahr mit einem dreiprozentigen Wirtschaftswachstum in Deutschland, das sich im nächsten Jahr auf 2,9 Prozent leicht abschwächen sollte. Damit werde sich das hohe Wachstumstempo von 3,3 Prozent im ersten Halbjahr 2000 nicht ganz halten lassen, erklärte das arbeitgebernahe Institut am Dienstag. Ein Grund dafür sei, dass der private Verbrauch durch die hohen Ölpreise und zusätzlich die Ökosteuer doppelt gedrückt werde. Die Ausfuhren blieben eine Konjunkturstütze.

 

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