Auch dritte Intervention hilft Euro nicht auf die Beine

6.11.2000

Kurs des Euro weiter bei unter 87 US-Cent - Experten sehen europäischen Alleingang der EZB kritisch

Kommentare aus der Presse: Die Europäische Zentralbank hat am Montag zum dritten Mal innerhalb weniger Tage mit Stützungskäufen zu Gunsten des Euros interveniert. Allerdings kam auch dieses Mal die Gemeinschaftswährung nicht in Schwung: Der Euro stieg zwar kurzzeitig auf über 87 Cent, rutschte aber bis zum Mittag in Frankfurt am Main auf 86,68 Cent zurück. An der Intervention nahmen wie schon bei dem zweimaligen Eingreifen am vergangenen Freitag keine Notenbanken außerhalb des Eurosystems teil, wie ein EZB-Sprecher in Frankfurt sagte. Nach Einschätzung von Experten bedürfte es einer Intervention der wichtigsten Notenbanken der Welt, um dem Euro auf die Beine zu helfen.

Die EZB begründete die Entscheidung erneut mit Gefahren für die Weltwirtschaft und die Preisstabilität. Joachim Scheide, Leiter der Konjunkturabteilung am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, warnte davor, dass die EZB viel Glaubwürdigkeit verspielen könnte, wenn der Eurokurs trotz der Intervention weiter nachgeben sollte. Die Zentralbank kämpfe möglicherweise gegen Windmühlenflügel. Es zeige sich, dass die Interventionen der EZB ohne Unterstützung der wichtigsten Notenbanken der Welt wenig bringe. Die Märkte seien zwar kurzfristig beeindruckt, der Druck auf den Euro bleibe aber weiter relativ groß.

Scheide warnte zugleich vor einer wechselkursorientierten Politik der Währungshüter. Vielmehr müsse sich die EZB an der Preisstabilität orientieren. Der Euro werde auf absehbare Zeit in einer schwierigen Phase bleiben. Zwar mehrten sich die Anzeichen für eine Abkühlung der US-Konjunktur, aber auch der Euroraum scheine den Höhpunkt überschritten zu haben.

Auch Währungsexperten von Banken sahen die Notwendigkeit einer gemeinsamen Intervention. Man sollte nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sagte Bernhard Pfaff von der Commerzbank. Notwendig sei eine gemeinsame Aktion der großen Notenbanken sowie ein weiterer Zinsschritt der EZB. Petra Köhler von der Dresdner Bank bezeichnete es grundsätzlich als sinnvoll, dass die EZB weiter im Markt bleibe und sich nicht nach einer Intervention sofort wieder zurück ziehe. Allerdings sei es den Währungshütern bisher nicht gelungen, die negative Grundstimmung gegenüber der Gemeinschaftswährung abzulösen.

Im September hatten die großen Notenbanken der Welt gemeinsam erstmals zu Gunsten des Euros eingegriffen

AURECON-Kommentar: Die Ursache für die Euro-Schwäche sind ja nicht finstere Machenschaften irgendwelcher dubioser Spekulanten sondern die Milliarden von Alagegeldern die internationale Investoren in die USA schaffen, weil sie dort höhere Renditen erwarten. Daß Amerika das höchste Wachstum generiert und Kapital aus aller Welt anlockt ist kein Naturgesetz. Es ist die Folge von konsequenter Deregulierung der Arbeitsmärkte, von Steuersenkungen und Anwerbung der kreativsten Köpfe aus aller Welt. Von solchen Standortbedingungen ist Europa noch meilenweit entfernt. Das Basis-Drama ist nicht die Euroschwäche. Es ist die erwiesene Unfähigkeit der Regierungen. Daß für das Versagen der Politiker der glücklose Wim Duisenberg herhalten muß, offenbart das ganze Ausmaß der Perfidie um den Euro.

AURECON

VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH

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Gründungsjahr: 1968

 

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