AURECON - Geraffte "Zwischenbilanz" Nr.: 1

07.11.2000

von: Peter Odendahl, GGF - AURECON

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1. Am 11.06.1992 veröffentlichten 62 Professoren der Wirtschaftswissenschaften eine Erklärung  ( www.aurecon.com/finplan/euro/920611_62-prof.htm  ) worin vor der überhasteten Einführung des Euro ausdrücklich gewarnt wurde.

2. Am 2.12.1992 faßte der Deutsche Bundestag eine gute Resolution, die allerdings u. E. nicht eingehalten wurde ( www.aurecon.com/finplan/euro/921202_aus_der_resolution_des_deutschen.htm ). Was soll man also künftig von Parlamentsresolutionen halten?

3. U. E. geradezu grotesk waren die Buchungstricks einzelner Staaten, um durch frisierte Zahlen die Konvergenzkriterien darstellen zu können; Artikel 22.06.1997  ( www.aurecon.com/finplan/euro/970622_dublin-amst-kreab1.htm ).

4. Am 09.02.1998 veröffentlichten 155 Professoren der Wirtschaftswissenschaften ( www.aurecon.com/finplan/euro/980209_155-prof.htm ) eine ähnliche Warnung.

5. Aus der Stellungnahme des Zentralbankrates der Deutschen Bundesbank vom 26.03.1998 ( www.aurecon.com/finplan/euro/980327_zbr.pdf ) (Seiten 19 - 22) sind die erheblichen Risiken anschaulich dargestellt. Die Konvergenz ist vor allem von Belgien, Italien und Griechenland mit weit über 100 % Staatsverschuldung (Anhang: Tabelle 1) weit von der im Maastrichtvertrag geforderten Konvergenz in Höhe von 60 % entfernt. Der "Trick" daß Länder mit solch gigantischer Staatsverschuldung trotzdem aufgenommen werden konnten und können liegt in der Formulierung des § 104 c des EUV [Maastricht-Vertrag].

    In Abs.2 b) heißt es: " ..... Insbesondere prüft sie (Anmerkung: gemeint ist die Kommission) die Einhaltung der Haushaltsdisziplin anhand von zwei Kriterien, nämlich daran . . . . .

    b) ob das Verhältnis des öffentlichen Schuldenstands zum Bruttoinlandsprodukt einen bestimmten Referenzwert überschreitet, es sei denn, daß das Verhältnis hinreichend rückläufig ist und sich rasch genug dem Referenzwert nähert."

Es gab da bereits den ersten Vorgeschmack davon, was die Verantwortlichen unter "hinreichend rückläufig"   verstehen, wenn der Referenzwert um ca. 100 % verfehlt wird.

Nach uns zuteil gewordenen Informationen wurde in folgendem Satz auf Seite 20, mehrere Stunden unter den Mitgliedern des Zentralbankrates politisch gerungen (nicht zentralbanktechnisch argumentiert).

    "Vor dem Hintergrund der erreichten Konvergenzfortschritte in vielen Mitgliedsstaaten und nach Abwägung der noch bestehenden Probleme und Risiken erscheint der Eintritt in die Währungsunion ab 1999 stabilitätspolitisch vertretbar."

6. Daß politische Interessen eine sachliche Euro-Diskussion verhindern, ist in einem weiteren Aufsatz ( www.aurecon.com/finplan/euro/980506-rapp.htm ) recht anschaulich dargelegt. Zusätzlich erwähnenswert ist der u. E. skandalöse Fall, daß sich in Österreich zahlreiche Wissenschaftler durch Vertrag mit der EU-Kommission - selbstverständlich gegen Honorar - verpflichtet haben, nur positive Meinungen zum Euro zu äußern.

7. Der Euro hat mittlerweile gegenüber dem US-Dollar um mehr als 25 % an Wert verloren und ist jetzt "so stark wie der Rubel" ( www.aurecon.com/finplan/euro/000913-euro-rubel.htm

8.  Das "Märchen", daß allein die US-Dollar-Stärke (sie ist nur ein wesentlicher Teil) an allem schuld sei, kann als widerlegt angesehen werden ( www.aurecon.com/finplan/euro/001028_euroschwaeche2.htm).                   

9.. Die bisherigen Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) sind - wie u. E. nicht anders zu erwarten war - verpufft ( www.aurecon.com/finplan/euro/001106_auch_dritte_intervention_hilft_e.htm ).

10.  Wie geht es weiter? Soll man Portfolio-Manager Dr. Bruno Hollnagel's Prognose folgen, daß es 2007 zu einem Euro-Crash kommt (siehe Literatur-Verzeichnis www.aurecon.com/finplan/euro/literaturverzeichnis_zum_euro.htm ) ?

11.  Abschließend noch ein paar besonders zutreffende Bemerkungen aus unserer Zitatensammlung: www.aurecon.com/finplan/euro/zitate-aphor2.htm .

 

"Wem könnte der Marsch in eine Weichwährungsunion,

eine Harmonisierung in Richtung höherer Inflationsraten,

eine kurzatmige Wirtschafts- und Haushaltspolitik nützen?"

Franz Josef Strauß

Auszug aus einem Brief an den Bundeskanzler -

- 1988 -

 

"Deutschland wird zahlen, sagte man in den zwanziger Jahren.

Heute zahlt es.

Maastricht, das ist der Versailler Vertrag ohne Krieg."

Franz-Olivier Giesbert, Chefredakteur

Leitartikel, Le Figaro, 18. September 1992

 

"Von Sizilien bis zum Ruhrgebiet kann es keine gleiche

Produktivität und mithin auch keine gleichen Arbeitskosten geben."

Prof. Dr. Ludwig Erhard

Wohlstand für Alle, Neuauflage 1997

 

AURECON

VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH

  Firmensitz Gauting - Handelsregister München  HRB 40415 - Geschäftsführer: Peter Odendahl 

Gründungsjahr: 1968

 

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