Kurioses um den Euro
Folgende Pressemeldungen wurden mir zugänglich gemacht (den Wahrheitsgehalt unterstelle ich einmal). Ich kann es nicht verhehlen, ich habe fast einen Lachkrampf bekommen:
1. Meldung:
Der britische Notenbank-Chef Eddie George hat einer Zeitung zufolge die
Befürworter des Euro aufgefordert, für die Gemeinschaftswährung zu beten.
"Wenn Sie an die Macht des Gebets glauben, werden Sie heute Abend mit mir
für eine Erholung des Euro beten", sagte er nach einem Bericht der
"Financial Times" (FT) (Samstagausgabe) am Freitag vor
Wirtschaftsstudenten der Bristol University. "Ich werde nicht sagen, dass
Beten das Einzige ist, was wir tun können, weil viele Leute mich dafür
kritisieren würden", sagte er demnach. "Aber es ist das Einzige, was
wir tun können." George hatte zu der Veranstaltung keine Journalisten
eingeladen und keinen Redetext veröffentlicht.
Die «Euro-Botschafter» Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Sabine Christiansen und Ulrich Wickert werben nun auch in öffentlich finanzierten Fernsehspots für die Gemeinschaftswährung. Die Aktionsgemeinschaft Euro, dem die Bundesregierung, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission angehören, habe insgesamt drei Millionen Mark für die Spots zur Verfügung gestellt, teilte Regierungssprecher Bela Anda am Montag in Berlin mit.
Die Botschafter, die bisher schon auf Plakatwänden zu sehen waren, sollen in 20 bis 30 Sekunden langen Spots Ängste der Bevölkerung vor der neuen Währung zerstreuen. Die Spots würden zur besten Sendezeit in ARD und ZDF gezeigt, sagte Anda. Ab 1. Januar 2001 werden Euro-Münzen und -Scheine in elf Mitgliedsländern der Europäischen Union als Zahlungsmittel eingeführt.
Mein Kommentar:
Das muß man sich mal "auf der Zunge zergehen lassen": En Notenbank-Chef betet (!!!) für die Erholung des Euro. Ich bin seit Jahren davon überzeugt, daß der Euro mit schweren Konstruktionsfehlern belastet ist und demgemäß viele Anzeichen einer potentiellen Schwachwährung in sich trägt. Wenn aber ein Notenbank-Chef betet (!!!) anstelle etwas Sachgerechtes zu unternehmen (In England kann er derzeit natürlich nur beratend auf das EZB-Direktorium und die Politik einwirken, um wenigstens kleine Korrekturen zu erreichen), dann sehe ich noch schwärzer für den Euro als bisher schon.
Helmut Schmidt beunruhigt mich wenig: Wer einmal als Bundeskanzler gesagt hat, daß ihm 5 % Inflation lieber sind als 5 % Arbeitslosigkeit, den nehme ich in Währungsfragen nicht mehr ernst. Richard von Weizsäcker, oh je! Daß sich aber Frau Christiansen und Herr Wickert für Werbezwecke einer potentiellen Schwachwährung einspannen lassen könnten, setzt mich schon in großes Erstaunen. Wenn es stimmt: Wie haben die Verantwortlichen das wohl bewerkstelligt?
Vielleicht lesen die oben Genannten alle einmal die neuesten wissenschaftlichen Kommentare von Prof. Dr. Wilhelm Hankel, Prof. Dr. Wilhelm Nölling, Prof. Dr. Joachim Starbatty und Prof. Dr. Karl-Albrecht Schachtschneider in Ihrem neuesten Buch: "Die EURO-Illusion"
Ich möchte ohne weitere Ausführungen mit einem Satz von Alan Greenspan schließen:
Der Euro wird kommen, aber er wird keinen Bestand haben.
Alan Greenspan, Chef der US-Notenbank
International Herald Tribune vom 02.05.1997
Peter Odendahl, GGF - AURECON
AURECON
VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH
Firmensitz Gauting - Handelsregister München HRB 40415 - Geschäftsführer: Peter Odendahl
Gründungsjahr: 1968
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