Prominente
Euro-Gegner kämpfen weiter
26.12.2001
Sie
sehen sich als das Sprachrohr der schweigenden Mehrheit und als Warner, denen
die Mächtigen nicht zuhören wollen. Die vier prominentesten Euro-Gegner
Deutschlands wollen nicht aufgeben.
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Als
moderne Don Quijotes freilich wollen sie sich nicht verstanden wissen.
Schließlich fühlen sich die Ökonomen Wilhelm Nölling, Wilhelm Hankel
und Joachim Starbatty sowie der Rechtswissenschaftler Karl Albrecht
Schachtschneider seit Einführung der Gemeinschaftswährung immer mehr in
ihrer vorausgesagten Kritik bestätigt. Der Euro, meint das Quartett, hat
das Potenzial, zum Sprengsatz für den alten Kontinent zu werden. Die
Wissenschaftler - jeder auf seine Art und durch verschiedene hohe Posten
in Politik oder Lehre schon zuvor prominent - wurden einem breiten
Publikum zum Begriff, als sie 1998 gemeinsam versuchten, den von vielen
abgelehnten Euro per Verfassungsklage zu stoppen. Sie machten so viel
Furore, dass sie seitdem manchmal selbst von Bratwurstverkäufern auf der
Straße erkannt werden. Die Klage wurde zwar verworfen. Doch die
Professoren hatten sich in einer gemeinsamen Mission gefunden. Symbol
der Krise Sie
gründeten den Verein "Pro Europa" - laut Hankel ist der
provozierend anmutende Name nur eine "Klarstellung": Keineswegs
seien Euro-Gegner auch gegen Europa - im Gegenteil: "Wir sind die
eigentlichen Freunde Europas." Schachtschneider
ist wie seine Mitstreiter überzeugt: "Der Euro wird zum Symbol der
Wirtschaftskrise." Wenn die Deutschen die Euro- Münzen und -Noten
erst einmal in der Hand halten, werde sich die wirtschaftliche Talfahrt
noch verschärfen. Die meisten hätten kein Vertrauen in das neue Geld.
"Das ist auch ein psychisches Problem." Nölling sagt: "Die
Menschen werden das Geld eher zusammenhalten, als es Konjunktur belebend
auszugeben." Das
enge Gewand an volkswirtschaftlichen Vorgaben, in das die Euro-Länder
gezwängt werden, raube den Regierungen zudem die Chance, maßgeschneiderte
Maßnahmen gegen den Abschwung zu ergreifen, sagt Nölling. "Euroland
ist durch den Euro nicht seetüchtig geworden. Im Gegenteil: Es treibt führungslos
in der aufgewühlten See der Weltwirtschaft." Politiker
hören weg Aus
der Bevölkerung gebe es riesigen Zuspruch zu den Forderungen der
Euro-Gegner, sagt Schachtschneider. Aber: "Wir werden vom Volk gehört
und von der Politik ignoriert." So habe Bundeskanzler Gerhard Schröder
die an ihn geschickten Warnungen vor dem Euro ebenso ignoriert wie
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (beide SPD). Zu einer Anhörung im
Bundestag kam es nie. Allen Abgeordneten boten die vier ihr Buch über
"Die Euro-Illusion" gratis an. "Nur zehn Prozent haben es
bestellt", sagt Hankel. Gerne erinnern die Euro-Gegner an den Eid, mit dem sich die Regierungsmitglieder verpflichtet haben, Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden - genau das Gegenteil passiert nach Überzeugung der Wissenschaftler durch die Euro-Politik. Und auch wenn diese mit dem Einschmelzen der Markmünzen und dem Schreddern der alten Scheine eine weiteren Sprung macht, wollen die vier den "falschen Euro-Propheten" nicht kampflos das Feld überlassen: "Wir werden die Langzeitprobleme des Euros verfolgen und sichtbar machen", sagt Hankel. "Das heißt: Wir werden weitermachen."
AURECON VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH
Firmensitz Gauting - Handelsregister München HRB 40415 - Geschäftsführer: Peter Odendahl Gründungsjahr: 1968
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