Falsche Euro-Scheine im Umlauf 

10.01.2002 

Zehn Tage nach der Euro-Bargeldeinführung häufen sich Delikte mit falschen Geldscheinen und Trickbetrügereien. Vor einer neuen "Euro-Masche" der Taschendiebe warnt der Bundesgrenzschutz (BGS).

Am Frankfurter Hauptbahnhof seien bereits mehrere Reisende mit einem Wechseltrick bestohlen worden, teilte der BGS am Mittwoch mit. Meist weibliche Personen bäten die Opfer, ihnen Mark in Euro zu tauschen. Dabei würden Münzen in fremde Geldbeutel geworfen. Anschließend stecken die Täter ihre Finger in die fremden Börsen. Die dabei geschickt entwendeten Geldscheine würden schnell an einen Komplizen weitergegeben.

44 Fälle von DM-Falschgeld deckte die Polizei in den ersten acht Januartagen in Thüringen auf, berichtete die "Thüringische Landeszeitung" am Mittwoch. Im ganzen Dezember waren es 81 Fälle. Kriminaloberrat Heiko Schmidt vom Landeskriminalamt (LKA) sagte, solange die D-Mark als Zahlungsmittel akzeptiert werde, würden vermutlich gezielt Falschgeld-Depots ausgeräumt.

Einseitig bedruckte Blüten

Bei Euro-Fälschungen in Bayern handelt es sich nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes (LKA) in München bisher hingegen um Einzelfälle. In mindestens zwei Fällen seien die aus Farbkopierern stammenden Scheine zudem nur einseitig bedruckt gewesen, teilte der Falschgeld-Experte beim LKA, Eduard Liedgens, mit. Der Euro-Beauftragte der bayerischen Polizei rechnet jedoch damit, dass schon bald Falschgeld von hoher Qualität in Umlauf gelangen werde. Er appellierte an die Verbraucher, sich das neue Geld genau anzuschauen.

Liedgens zufolge tauchte der erste gefälschte Euro-Schein schon am 27. Dezember auf. Ein Arbeiter fand die Blüte in einer Nürnberger Lagerhalle. Am 3. Januar bezahlte ein bisher unbekannter Mann im fränkischen Treuchtlingen in einer Bäckerei mit einem falschen 5-Euro-und einem 10-Euro-Schein. Weitere Einzelfälle folgten.

Auf plumpe Fälschung hereingefallen

Auch in Hessen ist eine gefälschte Euro-Banknote aufgetaucht. Die 50-Euro-Blüte sei am Montag in Fulda angenommen worden, berichtete ein Sprecher des Landeskriminalamts am Mittwoch in Wiesbaden. Die falsche Note hätte sehr leicht als Fälschung erkannt werden können, da per Computer das Bild einer nackten Frau in den auf dem Schein abgebildeten Torbogen manipuliert worden war. Der Geschädigte habe die Blüte aber erst am Abend bei der Kassenkontrolle erkannt.

Auch in Belgien und Südfrankreich tauchte falsches Euro-Geld auf. Auf mit einfachen Mitteln gefälschte 50-Euro-Scheine fielen Bäckereien in Südwestfrankreich herein. In Belgien legte ein 75 Jahre alter Mann am Dienstag gefälschte Scheine im Wert von 5 bis 500 Euro in einer Genter Bankfiliale vor. Der Mann gab an, er habe die Scheine in einem weißen Umschlag im Briefkasten gefunden, berichteten Medien.

 

AURECON

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