Euphorie für den Euro in Deutschland offenbar verflogen
20. Mai
2002
Die anfängliche Euphorie für den Euro ist
in Deutschland offenbar verflogen: Gemäß einer Umfrage des Instituts für
Demoskopie Allensbach wünschen sich 54 Prozent der Deutschen die D-Mark zurück,
wie die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» berichtete. Nur 37 Prozent
der Befragten wollten sich dieser Aussage nicht anschließen. Neun Prozent erklärten
sich als «unentschieden».
Die Umfrage zeigte dem Bericht zufolge, dass
sich das leichte Umrechnen der alten Beträge in Euro zunehmend als Nachteil
erweist. Während die Konversion in vielen anderen Ländern zu kompliziert sei,
rechneten 81 Prozent der Deutschen die Preise nach wie vor zurück. Dem Blatt
zufolge sagt die Hälfte der Bevölkerung auch heute noch, dass sie sich nicht
an die neue Währung gewöhnt hat. Die Deutschen lebten gedanklich in einem
Doppel-Währungssystem. Für die Umfrage wurden 2.143 Personen befragt, die älter
als 16 Jahre waren.
In einer Umfrage im Auftrag der «Super Illu»
in Ostdeutschland erklärten 60 Prozent der 520 Befragten, sie wollten die
D-Mark zurückhaben. Im März seien es noch 46 Prozent gewesen, berichtet die
Zeitschrift.
Die zur Euro-Einführung befürchtete
Falschgeldwelle ist aber offenbar ausgeblieben. Dem Bundeskriminalamt (BKA) hat
die Euro-Umstellung dagegen offenbar weniger Schwierigkeiten bereitet als zuvor
befürchtet: Die «Bild am Sonntag» berichtete unter Berufung auf das BKA, dass
im ersten Quartal 2002 in Deutschland 982 gefälschte Banknoten sichergestellt
worden seien. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren demnach dagegen noch
8.291 D-Mark-Fälschungen registriert worden. Alle bisher in Deutschland
festgestellten Euro-Fälschungen seien von schlechter oder mittlerer Qualität.
Bundesbank-Vorstand Franz-Christoph Zeitler
wertete die Zahlen der Zeitung zufolge als einen Beweis für die Sicherheit der
neuen Währung. Weiter heißt es in dem Bericht, dass 714 der Fälschungen im
Zahlungsverkehr und 268 außerhalb des Zahlungsverkehrs aufgefallen seien. Das
BKA vermute, dass die Mehrheit der Blüten in den Balkan-Staaten produziert
werde. Nach Informationen der Zeitung gibt es neue Fälscherwerkstätten im
Kosovo.
AURECON
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Gründungsjahr: 1968
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