Mittwoch
15. Oktober 2003
Bundesbank-Vize Stark warnt vor
Wachstumsprogrammen
Bundesbank-Vizepräsident Jürgen
Stark hat unmittelbar vor dem EU-Gipfel vor weiteren staatlich finanzieren
Wachstumsprogrammen gewarnt.
In einem Gastbeitrag für die
Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe) schrieb Stark, solche
Initiativen seien Augenwischerei. Sie lenkten nur von den grundsätzlichen
strukturellen Problemen in Europa ab. Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und
Freitag in Brüssel stehen Wachstumsinitiativen zur Debatte, die von
Deutschland, Frankreich und Italien angeregt worden sein.
Stark kritisierte zudem
indirekt Bemühungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Frankreichs
Staatspräsident Jacques Chirac, das Abweichen beider Länder vom europäischen
Stabilitätspakt mit der angespannten konjunkturellen Situation zu verteidigen.
"Wer unsolide Staatsfinanzen rechtfertigt und den Stabilitäts- und
Wachstumspakt ignoriert, gibt ein schlechtes Beispiel für andere Länder und höhlt
einen wichtigen Pfeiler der Währungsunion aus." Deutschland und Frankreich
verletzen in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge die europäische
Defizitobergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und werden
diese Hürde möglicherweise auch 2004 reißen.
Österreichs Finanzminister
Karl-Heinz Grasser sagte dem Berliner "Tagesspiegel", es sei nicht
akzeptabel, dass Frankreich im nächsten Jahr zum dritten Mal in Folge die
Defizitobergrenze verletze. Sollte EU-Währungskommissar Pedro Solbes nächste
Woche vorschlagen, dass Frankreichs Verhalten toleriert werde, "schädigt
er die Glaubwürdigkeit des Paktes". Auch die Niederlande sprachen sich
gegen Solbes' Kurs aus. "Wir werden dies nicht unterstützen", sagte
ein Sprecher von Finanzminister Gerrit Zalm dem Berliner Blatt.
AURECON
VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH
Firmensitz Gauting - Handelsregister München HRB 40415 - Geschäftsführer: Peter Odendahl
Gründungsjahr: 1968
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