Bundesbank sieht Basis für stabilen Euro in Gefahr
13.05.2004
Bundesbankpräsident Axel Weber hat die Politiker aufgefordert, mit der
geplanten europäischen Verfassung die Fundamente eines stabilen Euro nicht
aufzuweichen. Weber sagte bei der Feierstunde zu seiner Amtseinführung am
Mittwoch in Frankfurt, die Politik dürfe die institutionellen Grundlagen einer
stabilen Gemeinschaftswährung nicht zur Disposition stellen. Die Bundesbank und
auch die europäische Zentralbank (EZB) kritisieren seit rund einem Jahr, daß
der Verfassungsentwurf die Stabilitätsorientierung der EU gefährdet und haben
Änderungsvorschläge unterbreitet. Nun ist die Politik am Zuge, sagte Weber. In
Notenbankkreisen heißt es, daß einige, nicht alle EU-Staaten hinter den
EZB-Vorschlägen stünden. Die Bundesregierung hat sich öffentlich bislang
ablehnend positioniert. Bundesbank Vizepräsident Jürgen Strack sagte in
Frankfurt, der Wurf des Verfassungsvertrages sehe eine substantielle Schwächung
der Stabilitätsausrichtung und der Unabhängigkeit wichtige Teile des Europäischen
Systems der Zentralbanken (ESZB) vor. Für uns Deutsche steht hier ein wichtiger
Teil des Erbes der D-Mark auf dem Spiel, sagte Stark.
Weber forderte alle deutschen Politiker auf, sich dringend über die Eckpfeiler
einer nachhaltigen Strategie zur Konsolidierung des Staatshaushalts zu einigen.
Das brennendste finanzpolitische Problem ist die glaubwürdige Rückführung des
zu hohen Staatsdefizits unter die 3% Grenze im Jahr 2005, sagte Weber. Spielraum
dazu fände sich vor allem bei konsumtiven Staatsausgaben. Der europäische
Stabilitäts- und Wachstumspakt der die Defizit- Obergrenze bei 3 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts setzt, sei neben der Währungsverfassung der zweite
Pfeiler des ESZB. Weber forderte die die deutsche Politik auf, die gegenüber
den EU-Partnern eingegangenen Verpflichtungen nicht weiter in Frage zu stellen.
AURECON
VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH
Firmensitz Gauting - Handelsregister München HRB 40415 - Geschäftsführer: Peter Odendahl
Gründungsjahr: 1968
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