Verschiedene Währungen in Deutschland

Für ältere Bundesbürger wird der Euro schon die vierte Währung, mit der sie es in Deutschland zu tun haben. Die „Zigarettenwährung", die 1945-1948 auf dem Schwarzmarkt das gängigste Zahlungsmittel war, ist dabei noch nicht mitgezählt.

Im Altertum gab es in weiten Teilen Europas eine einheitliche Währung : Von Sizilien bis zum Limes, von Spanien über Britannien bis zur Donau waren die römischen Münzen das gebräuchlichste Zahlungsmittel.

Es war Karl der Große der das karolingische Pfund einführte. Ab dem 11. Jahrhundert verbreitete sich die Mark. Es gab die Wiener Silber-Mark, die 280 Gramm wog, die Prager, die Venedig-Nürnberger, die Lübische oder die Kölner Mark, die 240 Gramm Gewicht hatte. Am leichtesten war die Flandrische Silber-Mark mit 186 Gramm an Gewicht. Bis 1857 blieb die Kölner Mark der gebräuchliche Maßstab. Das Münzregal lag aber bei den Landesherren, deshalb waren gleichzeitig unzählige Währungen im Umlauf. In Preußen etwa war Taler die wichtigste Münze, in Süddeutschland der Gulden.

Erst die Gründung des Deutschen Reiches 1871 löste die diversen Münzhoheiten ab: "An die Stelle der Landeswährungen tritt die Reichsgoldwährung. Ihre Rechnungseinheit ist die Mark", so steht es im Münzgesetz von 1873, das der Reichstag nach tumultartiger Debatte verabschiedete.

Es gab im 19. Jahrhundert dann noch drei gescheiterte Münzunionen, die - ähnlich dem Maastricht-Vertrag - auf Verträgen unabhängiger Staaten und nicht auf einer Zentralgewalt beruhten, nämlich die Lateinische Münzunion (Schweiz, Belgien, Frankreich, Italien und Griechenland), die Deutsch-Österreichische Münzunion (Deutscher Zollverein, Kaiserreich Österreich und Liechtenstein) und die Skandinavische Münzunion (Schweden, Norwegen und Dänemark).

Die Reichsmark war bis zum Ersten Weltkrieg eine stabile Währung. 1913 betrug das Sozialprodukt 48 Milliarden Mark. Der Krieg aber kostete 165 Milliarden Mark. Zudem forderte der Versailler Vertrag von Deutschland Reparationen für 226 Milliarden Goldmark. Der Staat nahm dazu laufend mehr Kredite auf. Im März 1923 waren fünf Billionen, im November 1923 sogar 400 Trillionen Reichsmark im Umlauf. Darauf führte die Regierung die Rentenmark ein, die durch Gold und Grundbesitz gedeckt war. Das Sparkapital war verloren, der Staat war seine Schulden los. Es war das übliche Spiel der Staatsbankrotteure.

Die neue Reichsmark blieb stabil, bis die Nazis 1938 die Notenpresse wieder ankurbelten. 1945 betrug das Sozialprodukt 50 Milliarden, der Geldbestand 300 Milliarden und die Staatsschuld 440 Milliarden Reichsmark.

Die "Dreckarbeit der Währungsreform" wurde diesmal von den Besatzungsmächten erledigt, wie Zentralbankmitglied Wilhelm Nölling später kund tat. Im Westen brachten Währungsreform und Marktwirtschaft ab 1948 Angebot und Nachfrage in ein Gleichgewicht: Die D-Mark wurde eine der stabilsten Währungen der Welt. Und trotzdem ist sie nur ein Einäugiger unter Blinden. Die D-Mark von 1948 hat bis heute (1998) ca. 80 % ihres Wertes verloren, was allerdings bei einer Papiergeldwährung ohne Einlösungspflicht auf eine werthaltige Deckung gar nichts Besonderes ist. Auch der Euro ist nur eine Papiergeldwährung ohne Einlösungspflicht auf werthaltige Sachen und zudem eine Konstruktion, basierend auf derzeit 11 Staaten/Volkswirtschaften mit unterschiedlicher Auffassung über die Geldpolitik, unterschiedlicher Auffassung über die Rolle des Staates gegenüber der Europäischen Zentralbank und damit eine große Ungewißheit für stabiles Geld.

AURECON

VERMÖGENSBERATUNGSGESELLSCHAFT MBH

  Firmensitz Gauting - Handelsregister München  HRB 40415 - Geschäftsführer: Peter Odendahl 

Gründungsjahr: 1968

 

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